Nach der erfolgreich bestandenen Approbation haben MedzinierInnen die Möglichkeit, sich zu spezialisieren. Die Weiterbildung erfolgt nach Vorgaben der Weiterbildungsordnungen der entsprechenden Landesärztekammern, um in Gebieten die Qualifikation als Facharzt zu erhalten. Während der Weiterbildung zum Facharzt arbeiten die Mediziner als Ärztin/ Arzt in Weiterbildung. Doch was verdient man als Assistenzärztin/ Assistenzarzt?
Das Gehalt von in der Klinik arbeitenden AssistenzärztInnen richtet sich nach dem Tarifvertrag und liegt in kommunalen Krankenhäusern im ersten Jahr bei 5.722 Euro Brutto pro Monat und steigt nach dem 6. Jahr an bis auf maximal 7.355 Euro.
Einflussfaktoren des Gehalts einer Assistenzärztin und eines Assistenzarztes
Das Gehalt von Assistenzärztinnen und Assistenzärzten hängt vor allem von der Anstellungsart ab. Es gibt drei verschiedene Tarifverträge:
- Tarifvertrag für kommunale Krankenhäuser (TV-Ärzte VKA)
- Tarifvertrag der Unikliniken (TV Ärzte TdL)
- Tarifverträge der privaten Klinikverbände (z.B. Asklepios, Helios)
Assistenzärztin und Assistenzarzt Gehalt im Krankenhaus
Vor allem bei den in Krankenhäusern angestellten AssistenzärztInnen unterscheidet sich das Gehalt je nach Position und Dauer der Berufsausübung.
Die Gehaltsspanne bei den Tarifverträgen von Assistenzärztinnen und Assistenzärzten ist folgendermaßen aufgeschlüsselt:
| 1. Jahr | 2. Jahr | 3. Jahr | 4. Jahr | 5. Jahr | 6. Jahr | |
| Kommunales Klinikum | 5.722,05 € | 6.046,42 € | 6.278,07 € | 6.679,58 € | 7.158,37 € | 7.355,29 € |
| Universitätsklinika | 5.792,90 € | 6.121,26 € | 6.355,79 € | 6.762,34 € | 7.247,00 € | 7.436,05 € |
| Private Klinik, z. B. Asklepios | 5.735,00 € | 6.070,00 € | 6.305,00 € | 6.685,00 € | 7.165,00 € | 7.350,00 € |
Quelle: Marburger Bund (Stand 01.08.2026), Tarifverträge
Zuschläge durch Dienste und Überstunden
Das tarifliche Grundgehalt bildet bei Assistenzärztinnen und Assistenzärzten nur einen Teil des tatsächlichen Einkommens ab. Wer regelmäßig Bereitschaftsdienste, Nachtdienste, Wochenend- oder Feiertagsdienste übernimmt, kann sein monatliches Einkommen dadurch spürbar erhöhen. Je nach Klinik, Fachrichtung und Dienstmodell fallen diese Zuschläge unterschiedlich hoch aus, sodass das reale Monatsgehalt in der Praxis oft deutlich über dem reinen Tarifgehalt liegt.
Wie setzen sich die zusätzlichen Vergütungen zusammen?
Die Höhe der zusätzlichen Vergütung richtet sich in erster Linie nach dem jeweils geltenden Tarifvertrag (z. B. TV-Ärzte/VKA, TV-Ärzte TdL oder Tarifverträge der kirchlichen Träger), der Art des Dienstes sowie dem individuellen Stundenumfang. Grundsätzlich wird zwischen mehreren Dienstformen unterschieden:
- Bereitschaftsdienst: Ärztinnen und Ärzte halten sich im Krankenhaus auf und müssen bei Bedarf jederzeit die Arbeit aufnehmen. Da während des Dienstes Zeiten ohne aktive Tätigkeit anfallen können, wird nicht jede Stunde wie reguläre Arbeitszeit vergütet. Stattdessen erfolgt die Bezahlung je nach tariflicher Bereitschaftsdienststufe mit einem bestimmten Prozentsatz des regulären Stundenentgelts. Die Vergütung liegt häufig zwischen 60 und 95 % des regulären Stundenlohns, wobei die genaue Höhe von der durchschnittlichen Arbeitsbelastung während des Dienstes abhängt.
- Nachtdienst: Erfolgt die Arbeitsleistung während der tariflich definierten Nachtzeit, wird zusätzlich zum normalen Stundenentgelt ein Nachtzuschlag gezahlt. Dieser beträgt in vielen Tarifverträgen rund 15 bis 20 % des Stundenlohns.
- Sonn- und Feiertagsdienste: Für Arbeitszeiten an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen werden zusätzliche Zuschläge gezahlt, die häufig zwischen 25 und 35 % (Sonntag) beziehungsweise 35 bis 100 % (Feiertag, je nach Tarifvertrag und Uhrzeit) liegen können.
Gehalt in Teilzeit oder während Elternzeit-Modellen
Nicht alle Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung arbeiten durchgehend in Vollzeit. Teilzeitmodelle, etwa im Rahmen der Elternzeit oder aus anderen persönlichen Gründen, wirken sich unmittelbar auf das Gehalt aus, da die Vergütung anteilig zum reduzierten Stundenumfang berechnet wird. Gleichzeitig verlängert sich dadurch in der Regel auch die Dauer der Facharztweiterbildung. Wer eine Teilzeitphase plant, sollte die Auswirkungen auf Gehalt, Weiterbildungsdauer und langfristige Karriereplanung daher frühzeitig mit der Klinik besprechen.
In welcher Fachrichtung verdienen Ärztinnen und Ärzte am meisten?
Da die Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung der Regel nach dem Tarifvertrag gezahlt werden, macht es während der Weiterbildung keinen monetären Unterschied, welche Fachrichtung gewählt wurde. Lässt sich eine Ärztin oder ein Arzt nach abgeschlossener Facharztweiterbildung nieder, gibt es deutliche Gehaltsunterschiede. Dazu mehr unter Facharzt Gehälter.
Gehaltsentwicklung nach der Facharztprüfung
Mit dem erfolgreichen Abschluss der Facharztprüfung endet die Zeit als Ärztin bzw. Arzt in Weiterbildung – und damit verbunden ist meist auch ein deutlicher Gehaltssprung. Fachärztinnen und Fachärzte werden nach höheren Tarifstufen vergütet als Assistenzärztinnen und Assistenzärzte, zusätzlich eröffnen sich neue Möglichkeiten wie Oberarztpositionen oder die Niederlassung in eigener Praxis. Wie hoch der Gehaltssprung im Einzelnen ausfällt, hängt von Fachrichtung, Klinik und weiterem Karriereweg ab – mehr dazu unter Facharzt Gehälter.
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